Interview with Alpha Point (@ Bodystyler)

Synthematik Artists: Alpha Point
Hallo Alexander! Du hast Dein Solo-Projekt “Alpha Point” genannt. Was steckt dahinter?

Meine vorherige Band hieß “Future Positive”. Als diese sich auflöste, entschied ich mich, einen Neustart zu beginnen, als Solo-Projekt. Als ich jedoch realisierte, dass der Sound nicht mehr zum selbigen Namen passte, suchte ich nach einem Neuen. Ich hatte verschiedene Varianten zur Auswahl, bis ich mich zuletzt für „Alpha Point“ entschloss. Tatsache ist, dass ich das Wort „alpha“ enthalten haben wollte, da es so viel Kraft und Energie ausstrahlt – es soll einen Neustart, ein Neubeginn darstellen, sowohl für mich als auch für meine Musik.

Warum wurde Deine Vorgängerband „Future Positive“ aufgelöst? Was waren die Gründe?

„Future Positive“ wurde zu der Zeit gegrndet, als ich Mitte 2000 nach Moskau zog. Die Gruppe bestand aus zwei Jungs und mir. Wir teilten uns die Bühne mit Stars wie VNV, Covenant und Combichrist, hatten viele tolle Zukunftspläne. Aber bedauerlicherweise musste ich zurück nach Moldawien, während der Rest in Moskau blieb. Wir hatten keinen Streit oder ähnliches, es lag eher an den persönlichen Gründen, die mich forderten. Uns verbindet nach wie vor eine innige Freundschaft.

Was stellen für Dich Engel dar? Und warum sind Engel immer in weiblicher Gestalt?

Ach ja…die Engel…Sie sind rein, unschuldig und unglaublich schön. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum sie für mich weiblich sind. Ich weiß es nicht, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie männlicher Natur sind. Es ist nichts Religiöses. Es hat lediglich metaphorischen Sinn.

Du sagtest, Du hast Dein Heimatland für einige Zeit verlassen. Was hat das für Dich bedeutet? Warum musstest Du Moldawien verlassen und für wie lange? Warum bist Du wieder zurückgekehrt? Hattest Du heimweh? Die Zeilen: “You look so worried, look, I’m sorry. All that I want is to keep you out of harm…never forget about my promises that I’ll take you high and we’ll fly high like the angels könnten als Hinweis/ Bezug zu Moldawien gedeutet warden, oder?

Ja, wie ich schon sagte, ging ich Mitte 2000 nach Moskau. Der Grund ist recht einfach gewesen: Moskau ist eine Stadt der Gegensätze. Chisinau sieht dazu im Vergleich aus wie ein winziges kleines Dörfchen aus. Kein Wunder, dass ich versucht habe, mein Glück dort zu finden! Zudem wollte ich ernsthafte Musik machen. Eine „Szene“ existiert in Moldawien an sich nicht wirklich, sodass es sehr schwer ist, Gleichgesinnte zu finden, die dieselbe Musik hören, spielen, produzieren. In Moskau dagegen gibt es einige relevante Bands, Parties, Festivals, sozusagen alles, was ein Musikerherz begehrt.
Was die Lyrics anbelangt, so waren diese vorrangig von der Beziehung zu meiner Freundin inspiriert. Freundlich ausgedrückt, hätte ich diese Gefühle nie gehabt, wäre ich nicht in Moskau gewesen. Die Zeit, diese Jahre, die ich dort verbracht habe, waren cool und spaßig. Hätte ich erneut die Wahl, ich würde wieder dasselbe tun und dort bleiben. Aber ich musste zurückkehren nach Moldawien, da es familieninterne Probleme gab, die es zu lösen galt.

Wie bist Du mit „Out of Line“ in Kontakt getreten?

Ein gutter Freund von mir schickte mir damals die Informationen zu dem Contest für Newcomer zu, die der Sonic Seducer, zusammen mit Out of Line veranstaltete. Natürlich zögerte ich nicht lange und schickte zur Begutachtung einige Tracks hin. Ich war total glücklich, als sie sich für „High Like The Angels“ entschieden! Ich war sprachlos und tief berührt, als sowohl das Publikum als auch die Jury den Song als besten kürte. André nahm dann Kontakt mit mir auf (Leiter von OOL), und so nahm alles seinen Lauf!

„Things I do“ scheint auf der einen Seite ein sehr melancholisches Lied zu sein. Auf der anderen Seite aber sprüht es förmlich vor Hoffnung und Vertrauen („if you hold my hand“). Kannst Du uns mehr über die Schaffensphase erzählen? Was hast Du während des Schreibens gefühlt?

“Things I do” ist ein anderer Teil der Texte, der von meiner vergangenen Beziehung handelt. Sie endete leider nicht sehr positiv, wenn ich das so sagen darf. Dieser Song ist die Art von Konversation, die wir nicht hatten, die aber hätte stattfinden sollen. Vielleicht wäre alles anders gelaufen, einiges könnte differenzierter und besser sein…

Alexander, oft singst Du: “Do what you want (not what you must/ don’t analyze)”. Was ist Dir an dieser Aussage wichtig? Würdest Du dem zustimmen, dass die Gefahr der Ausschweifung, der Selbstzerstörung sich dahinter verbergen kann?

Die Botschaft, die ich versuche mit diesen Worten zu übermitteln, handelt nicht von Anarchie oder Ähnlichem. Auch geht’s nicht um physische Zerstörung. Es umfasst alles, was hinter der Routine steckt: Sei Du Selbst, nicht, wie andere es wollen! Akzeptiere keine Stereotypien oder Etiketten der Gesellschaft, die man Dir versucht überzustülpen! Das ist mir wichtig. Das ist der Weg der Entwicklung, des Fortschrittes! Natürlich ist die Gefahr des Exzesses immer präsent, aber die vorhandenen Normen, Regeln und Vorschriften können uns auch nicht helfen zu wachsen.

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